Jahresbericht des Zentralpräsidenten für das Verbandsjahr 2010

Sehr geehrte Mitglieder,

liebe Kollegen und Freunde,

der Tradition folgend ist es wiederum Zeit, Rückschau zu halten und über das vergangene Verbandsjahr zu berichten. Dazu kommt für mich persönlich noch eine kleine Rückblende auf insgesamt 28 Jahre Verbandstätigkeit im Sprengwesen.

Der Zentralvorstand hat sich im letzten Jahr zu drei gemeinsamen Sitzungen getroffen. Einige Geschäfte konnten in kleinen Gruppen behandelt werden und die Informationen wurden per E – Mail weitergegeben.

Die aktuelle Bewirtschaftung des Internetauftrittes durch Alex Burlon hat gezeigt, dass man mit diesem modernen Kommunikationsmittel viele Informationen an die interessierten Mitglieder weitergeben kann.

In diesem Zusammenhang möchte ich unseren zwei Mitgliedern, Hans Solenthaler und Clo Gregori, für die Aktualisierung der Unterlagen „Beförderung von Sprengmitteln“ bestens danken. Diese Unterlagen werden laufend aktualisiert und können in den drei Landessprachen auf unserer Internetseite www.sprengverband.ch eingesehen und heruntergeladen werden.

Wir konnten im Jahre 2010 ein Newsletter an unsere Mitglieder abgeben. Es fehlen uns die nötigen Beiträge um mehrere Exemplare pro Jahr herausgeben zu können, deshalb  bitte ich alle Mitglieder zur Erarbeitung von aktuellen Beiträgen für den Newsletter.

Folgende Mitgliederbestände in den Sektionen sind heute aktuell:

Die Ausbildung und Prüfung „Sprengfachmann mit eidg. Fachausweis“ wird im Jahre 2011 neu überarbeitet. Wir hoffen dann mit diesen Änderungen den zeitlichen und finanziellen Aufwand zu minimieren um die Mindestteilnahme von 8 Teilnehmern für eine Durchführung des Kurses und der Prüfung zu erreichen.

Der Sprengverband ist  Mitglied in der IG Interessengemeinschaft Feuerwerk und wird durch Walter Weber und Otto Ringgenberg in dieser Prüfungskommission vertreten. Die Statuten und Reglemente wurden gemeinsam ausgearbeitet und rechtskräftig von den  Träger - organisationen der IG,  unterzeichnet.

Es werden zukünftig zwei verschiedene Ausweiskategorien ausgebildet und geprüft und wir werden zu gegebener Zeit, die Kursdaten und die Zulassungsbedingungen, in unserer Internetseite und im Newsletter veröffentlichen.

Eine Gruppe des europäischen Sprengverband EFEE; mit Mitgliedern aus der Schulung, Ämtern, Verbänden und der Wirtschaft hat sich mit der Ausarbeitung eines Musters für die Ausbildung von Sprengberechtigten zwecks erhöhter Mobilität befasst.

Diese Arbeit wurde abgeschlossen und liegt nun als Vorschlag der zuständigen  EU – Kommission in Brüssel vor. Bekanntlich werden solche Themen nicht mit erster Priorität behandelt, deshalb kann man davon ausgehen, dass in kurzer Zeit keine Änderungen auf uns zu kommen. Längerfristig würde jedoch eine einheitliche Sprengausbildung und somit ein einheitlicher Sprengausweis sicher nur Vorteile bringen.

Die Kurs – und Prüfungsunterlagen für das Vernichten von Sprengmitteln, wurden durch eine, vom BBT geleitete Fachgruppe, neu erarbeitet und stehen nun den Kursanbietern zur Verfügung.

Ich möchte in diesem Zusammenhang auch allen Mitgliedern, welche in irgendeiner Form in der Sprengausbildung tätig sind, bestens für Ihren Einsatz danken. Wir bieten ein volles Programm an Ausbildungen rund um die Sprengtechnik an und das ist nur möglich wenn man mit motivierten und gut ausgebildeten Referenten und Experten arbeiten kann.

Die Vernehmlassung zur Revision der Sprengstoffverordnung hat uns auch in diesem Jahr noch beschäftigt.

Vor allem die europäische Richtlinie zur Kennzeichnung aller Sprengmittel, Sprengstoffe und Zündmittel, mit einem elektronisch lesbaren Strichcode, war ein wichtiges Thema an diversen Sitzungen.

Verlangt wird, dass der Lebenszyklus jeder Sprengstoffpatrone, jedes Zünders oder jeder Meter einer Sprengschnur, vom Produzenten über den Händler und den Transporteur bis hin zum Verwender lückenlos eingelesen, aufgezeichnet und nachverfolgt werden kann.

Die revidierte Sprengstoffverordnung ist nun am 1. Juli 2010 in Kraft getreten.

Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) hat, zusammen mit einem Fachausschuss Sprengwesen (FAS), in welchem ich auch mitarbeiten durfte, das Merkblatt Sprengwesen „Rückverfolgbarkeit von Sprengmitteln Stand 11. August 2010“ ausgearbeitet. Dieses Merkblatt kann auf der Internetseite des BBT http://www.bbt.admin.ch bezogen werden.

Es soll die Anwendung des Anhangs 14 der Sprengstoffverordnung (SprstV; SR 941.411) durch den Verbraucher erläutern. Hier gilt mein ehrlicher Dank für die harten aber fairen Verhandlung und das gemeinsame Ausarbeiten von Massnahmen, welche für den Anwender ohne grossen zeitlichen und finanziellen Aufwand durchführbar sind, den Kollegen Claude Muller, Clo Gregori, Rolf Steiner und Marcel Rychen. 

Die Umsetzung muss nach der gültigen Verordnung am 05. April 2012 erfolgen, aus verschiedenen Gründen wird sich diese Umsetzung aber verzögern und zurzeit spricht man von zwei Terminen. Die Hersteller müssen ca. im April 2013 die nötigen Massnahmen umsetzen und für die Anwender wird voraussichtlich die Umsetzung in die Praxis erst ca. im April 2015 erfolgen.

Da der Anwender zu gegebener Zeit noch verschiedene Massnahmen treffen und sich über die Möglichkeiten der Registrierung der Identifikationscode orientieren muss, habe ich im Auftrag des Zentralvorstandes, bereits Kontakt mit dem Deutschen Sprengverband und einem Hard – und Software Anbieter Kontakt aufgenommen. Die Beiden haben sich intensiv mit der Materie befasst und sind schon sehr weit mit Ihrem gemeinsamen Projekt. Der Sprengverband Schweiz bekommt die Möglichkeit gewisse Teile des Projektes mit den Anbietern zu diskutieren und ev. Anpassungen für die Schweiz noch einzubringen.

Wir werden im Laufe des Jahres 2012 für unsere Mitglieder aber auch für andere Interessenten einen gemeinsamen Workshop in der Schweiz organisieren.

Die 2. Informationstagung für Bohr -, Spreng – und Ankertechnik vom 17. und 18. Sept. 2010 im Campus in Sursee war ein grosser Erfolg in allen Belangen. Dieser zweitägige Anlass wurde von 260 Teilnehmern besucht. Es wurden 19 technische Vorträge von Referenten aus dem Aus – und Inland angeboten und der gemütliche Gesellschaftsabend wird hoffentlich vielen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben. In Absprache mit dem BBT, konnte der Besuch der Vorträge auch als Ergänzende Schulung eingetragen werden. Während den zwei Tagen lief in der Maschinisten Halle eine interessante Ausstellung mit Maschinen, Geräten und Produkten zu den oben genannten Themen.        

Die grosse Teilnehmerzahl war der schönste Dank an alle Beteiligten und das OK, die den grossen Aufwand nicht scheuten um einen gelungenen Anlass zu organisieren.

Das OK bestehend aus Cornel Gähler, Pascal Reber und Rolf Dubach von der durchführenden Sektion Deutschschweiz, sowie Alex Burlon und mir als Vertreter des Zentralvorstandes dürfen aus der Endabrechnung einen kleinen finanziellen Gewinn an die Sektion SVS überweisen.

Die 3. Informationstagung für Bohr -, Spreng – und Ankertechnik ist bereits für den Herbst 2013 in der Agenda des Sprengverband Schweiz geplant.

Die finanzielle Situation der Zentral - und der einzelnen Sektionskassen ist sehr gut und alle Beteiligten zeigen den Willen zum Sparen aber auch die Möglichkeiten den Mitgliedern etwas Interessantes zu bieten werden laufend genutzt.

Wie ich bereits eingangs erwähnt habe, möchte ich nach meinem bereits vor einem Jahr angekündigten Rücktritt als Zentralpräsident, einen kurzen Rückblick über meine insgesamt  28 Jahre Verbandstätigkeit im Sprengwesen machen.

Ich darf mein Amt und ein Sprengverband auf guten Fundamenten mit drei selbständigen Sektionen, am 27. Mai 2011 anlässlich der Delegiertenversammlung im Tessin, an einen jungen motivierten Nachfolger abgeben.

Während vielen Jahren durfte ich als Delegierter, Vorstandsmitglied, Sektions – und Zentralpräsident der Vereinigung der schweizerischen Sprengbefugten VSB mitarbeiten, all diese Jahre war ich wie viele andere auch Mitglied in dem Verband schweizerischer Sprengfachleute VSSF.

Da beide Verbände sich mit der Sprengtechnik und den verwandten Gebieten befassten, war eine Fusion der beiden eine logische und richtige Folge. Diese Fusion durfte ich mit einigen Kollegen über eine längere, abwechslungsreiche und zum Teil auch arbeitsaufwendige Zeit an der 1. Delegiertenversammlung des SVS vom 08. Okt. 2004 als Tagespräsident abschliessen und somit die Zukunft des SVS/ASM/ASB offiziell starten.

Im Jahre 2007 wurde ich, nach einigen Turbulenzen zwischen dem Zentralvorstand und den Sektionsvorständen, mit der Bitte zur Stabilisierung des Verbandes zum Zentralpräsidenten gewählt. In all den vergangenen Jahren konnte ich mit diversen Ämtern und Behörden an der Gestaltung der Verordnungen und Vorschriften bezüglich der Sprengtechnik sowie der Ausbildung der Mineure, Sprengmeister und Sprengfachleuten mitarbeiten. Deshalb ist es mir ein grosses Anliegen, dass der SVS auch in Zukunft für seine Mitglieder aber auch für junge interessierte Leute die Aus – und Weiterbildung pflegt.

Ich stehe meinem Nachfolger selbstverständlich jederzeit für einen gewünschten Rat zur Verfügung, werde in Zukunft aber nur noch für diverse kleine Aufgaben in den verschiedenen Projekten und Fachkommissionen mein Wissen, die jahrelange Erfahrung und meine Beziehungen einfliessen lassen.

Ich möchte zum Abschluss meinen langjährigen Freunden und Kollegen für die gute Zusammenarbeit und vielen schönen gemeinsamen Stunden danken und wünsche allen Mitgliedern eine gute Gesundheit, keine Unfälle sowie viel Freude und Erfolg im Berufsleben und dem Sprengverband Schweiz SVS/ASM/ASB eine gute und erfolgreiche Zukunft. 

                                                                                            Glück Auf

Leissigen, 26. Mai 2011                                                        Otto Ringgenberg

                                                                                        

                                                                                 Zentralpräsident SVS/ASM/ASB